08.02.2010 / Luxemburger Banken und ihre sensiblen Kundenlisten: Das Zittern geht weiter

Bankangestellte als potentielle Helden im Ausland oder mögliche Insassen in Schrassig

Exklusivbericht aus unserer Redaktion

Wie wird man sich heute morgen, nach der Nachricht über die in Bayern angebotene CD mit sensiblen Kontodaten aus einer Luxemburger Bank, in den verschiedenen Zentralen der trotz Krise noch immer zahlreichen Finanzinstitute ansehen? Wer wird wem misstrauen, wer wird die Verantwortung für die unausweichlichen Kontrollen übernehmen? In jeder Bank kann der „Verräter“ sitzen. Und jede Bank kann einen immensen Imageschaden erleiden, wenn irgend ein Listing nach draussen gelangt und Informationen über Konten von Schwarzgeldinhabern oder Steuersündern im Ausland angeboten werden. Und so haben dann auch einige schwergewichtige Luxemburger oder in Luxemburg ansässige Banken entschieden, ihre leitenden oder in die Geheimnisse des Private-Banking eingeweihten Angestellten nochmals auf das in Luxemburg existierende Bankgeheimnis aufmerksam zu machen, das, im Falle eines Fehltrittes, strafrechtlich geschützt ist und den betroffenen Bankangestellten hinter schwedische Gardinen führen kann, ja sogar führen wird.

Und so werden sich heute morgen mehr denn je viele Bankangestellte ihres Dilemmas bewusst werden: im (nahen) Ausland als Held gefeiert zu werden (auch wenn sie ein Leben lang anonym bleiben) oder im Grossherzogtum als Verbrecher zu gelten und einen längeren Aufenthalt in Schrassig zu riskieren.

Mehr zum Thema:

Luxemburger Banken : Das grosse Zittern

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